Octavia RS

Unser Schätzchen, der Octavia II RS Combi. Um ihn ein wenig die Trinksitten zu stutzen, haben wir einen Termin bei SKN in Salzhemmendorf, 20 Minuten von uns entfernt, erwirkt. Es sollte ein sog. Eco-Tuning werden. Dies sollte sich in einer Verbrauchsreduzierung von bis zu 20% niederschlagen, einen Leistungszuwachs sollte man nicht spüren. Nunja, der Wagen hat ja auch so schon 200 PS, nach dem Tuning sollten es 215 PS sein. Ich wurde sehr freundlich begrüsst, durfte bei allen Fahrten und bei der Demontage dabei sein, Fragen stellen und habe mich wirklich gut aufgehoben gefühlt. Der Techniker hat mir auch wichtige Hinweise zum Gebrauch eines Turbofahrzeuges gegeben, einfach toll. Doch halt, dies ist nichts, was ich zuvor vermutet hätte. Der Octavia ist nicht wieder zu erkennen, die Beschleunigung, der Durchzug und die Endgeschwindigkeit zimmern mir ein Grinsen ins Gesicht, welches unter normalen Umständen nur noch operativ zu entfernen ist. Wahnsinn, wie der Wagen nun beschleunigt, welch Durchzug, was für eine fulminante Endgeschwindigkeit. Als wir auf dem Weg nach Rügen einen 535D Touring an uns vorbei haschen sahen, juckte es mich im Gasfuß. Die BAB war leer, dreispurig, warum also nicht. Wir sind nach etwas Anlauf auf den BMW aufgelaufen, da dieser bei 250 km/h abriegelt. Unser Octavia fuhr auf rel. ebener Strecke nach GPS 262 km/h, Wahnsinn. Auch die Verbrauchs- reduzierung trat ein, allerdings nur im Landstrassenbetrieb. Wir haben mit vier Personen an Bord und eingeschalteter Climatronic in Frankreich auf der Landstr. auf einer ganzen Tankfüllung nur 7,0 Liter verbraucht, das nenne ich ein Wort. Auf der BAB gelingt uns das nicht, da reizt die Leistung einfach zu sehr.... Nach einigen Telefonaten hat man uns erklärt, es könnten auch u.U. 250 PS sein....jepp. Und das ist unser Familienwagen:

Mit Winterreifen Rial Como 7,5x17 und 225/45 Vredestein Reifen

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Mit Sommerreifen auf RS-Felgen in 7,5x18 und 225/40er Dunlop

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Man sieht deutlich, dass er zur ersten Generation des Octavia II RS gehört, er hat noch die klassisch grünen Bremssättel. Zur Zeit, wir schreiben das Jahr 2012, hat er schon über 103.000km auf der Uhr und wir sind immer noch total zufrieden. Außen und innen sieht er noch fast so aus, wie ein Neuwagen, mittlerweile wurde die Bremsanlage überholt. Verbaut wurden ringsum Scheiben von Tarox, die aufwändig wärmebehandelt worden sind, dazu gibts rundum Bremsbeläge vom Typ Ferodo DS Performance. Diese Kombination kann ich nur empfehlen. Schon kalt spricht die Bremse auf kleinste Befehle an und wenn sie sich erwärmt, steigt die Bremsleistung noch einmal. Um das Ganze abzurunden, wurde ATE Blue Racing Bremsflüssigkeit verwendet.  Noch ein Tipp zur Bereifung. Hinten neigt der Octavia II zur Sägezahnbildung, unsere ersten Dunlop-Reifen konnten wir schon früh erneuern, weil wir die Vibrationen und das extrem lauite Abrollgeräusch, auf Grund der Sägezahnbildung, nicht mehr ertragen haben. Die seit 2 Jahren eingesetzten Hankook EVO V12 zeigen nicht die Spur von einer Sägezahnbildung, laufen ruhig, einfach top! Vorne sind sie nicht so zu empfehlen, hier fangen sie bei höheren Asphalttemperaturen an zu schmieren. Der danach eingesetzte Conti Sport Contact II war hier deutlich überlegen und bot, zusammen mit den Hankooks hinten ein tolles Fahrverhalten. Leider verschleißt er schnell und hat einen hohen Abrollumfang, was man beim Beschleunigen merkt, es scheint Leistung zu fehlen. Noch ein Wort zum Chiptuning von SKN. Wir haben den Wagen bei km-Stand 1500 chippen lassen und bis dato mit dem Tuning nicht die geringsten Auffälligkeiten, oder Probleme gehabt! Tja, nun hat er fast 120.000km auf der Uhr und schnurrt, wie am ersten Tag. Mittlerweile sind aber die komplette Auspuffanlage soweit, dass ein Austausch ansteht, die Dämpfer haben etwas nachgelassen, aber wirklich nur etwas. Dazu kommen die Gummilager der hinteren Querlenker, die anfänglichen Verschleiß aufzeigen. Da kein Octavia auch bekannt ist, dass die unteren Federaugen hinten gerne mal brechen, haben wir uns dazu entschlossen Nägel mit Köpfen zu machen, es kommt ne komplette Auspuffanlage von Skoda unter den Wagen, dazu noch ein Bilstein PSS9 Gewindefahrwerk, weil man bei diesem Fahrwerk mehr auf Dynamik, als auf reines Tieferlegen Wert gelegt hat. Der Wagen soll vorne 20mm und hinten 10mm tiefer kommen, dabei aber noch fahrbar sein. Die ersten 2.500km werden etwas holprig, das kenne ich vom MX-5 auch so, danach sollte das Fahrwerk ein sehr guter Kompromiss zwischen Fahrdynamik und Komfort sein. Übrigens, es handelt sich hier um die neue Variante ohne Helperfedern!

Tja, da denkst du, alles ist total klasse, du hast den Wagen sehr gut gepflegt, da kommts ganz dicke. Habt ihr schon mal von der Ablösung der Zinkschicht vom Blech gehört? Nee? Naja, ich nun schon. Ich bin entsetzt. Die gesamten Schweller sind komplett verseucht! Überall löst sich die Zinkschicht vom Blech, bildet daraufhin Bläschen und das Zink oxidiert, das Blech rostet! Unser Octi ist nun 7,5 Jahre alt und ich könnte heulen! Beide Schweller sidn betroffen, die Radläufe vorne, die Kotflügel vorne hinter der Stoßstange, Teile des Radlaufes hinten, die Radläufe innen hinten und teilweise sogar kleine Bläschen auf der Fahrerseite. Hier muss gehandelt werden. Der Befall muss bis aufs Blech rundertgeschlifen werden und mit einer speziellen Grundierung behandelt werden, die eine Reaktion mit dem Blech eingeht. Nur so ist weiterer Schutz gegeben. Dazu habe ich die befallenen Stellen mit dem Drehmel von allem befreit und mehrfach grundiert. Die Stellen werden nun gefüllert, geschliffen und beilackiert von einem absoluten Profi! Nachher wird das Ganze maschinell poliert. Zudem wurden die komplette Hinterachse und die vorderen Dreieckslöenger gereinigt und mit Hammerit Mattschwarz gegen weiteren Rostbefall geschützt. Der hintere Träger ist unbehandelt,( rot )  er muss in Gänze ausgetauscht werden, weil das Gummimetalllager ausgelutscht ist. Folgt den grauenhaften Bilder.... Schweller rechts, alles unterwandert und mit Oxidation und Rost versehen, das wird metallisch blank geschliffen, ordentlich grundiert und danach gefüllert und lackiert. Zink ist da dann nicht mehr vorhanden und so kann nichts mehr oxidieren und rosten.

Schaut euch das mal an. Überall löst sich das Zink vom Blech, vielfach ohne Beschädigung des Lackes! Das sind Bilder des rechten Schwellers. Beide Schweller sehen komplett so aus und müssen grundsaniert werden!

Zudem ist der rechte Schweller ab Werk total deformiert, was wir vorher nie gesehen haben. Ein starkes Stück!

Auch links ist nun alles metallisch blank und bereit für die Spezialgrundierung. Den restlichen Rostansatz ( rot ) hab ich noch abgeschliffen.

Zur Info. Alle grundierte Stellen werden von innen nach lackiert, so dass von außen keine Lackierarbeiten zu sehen sein werden. Das bedingt, dass hier ein absoluter Profi am Werk ist ( nicht ich )! Im Nachgang werde ich alles detailliert zeigen! Folgen wir den Bilder der mit der Spezialgrundierung behandelten Flächen, eine tolle Arbeit... ;-(

Weitere Schritte der Grundsanierung erfolgen demnächst.

BTW: Natürlich hab ich die Zeit genutzt um die ges. Hinterachse zu entrosten und mit Hammerit zu beschichten, ebenso, wie die vorderen Dreieckslenker...  Das markierte Teil wird eh ausgetauscht, da sind die Gummimetalllager an der Hinterachse hin...

Viel Arbeit, aber wir wollen ihn ja noch lange fahren... Die Auspuffanlage, oben schön im rostigen Kleid zu sehen, wird ebenfalls erneuert!c

Anbei ein Bild des bis aufs Blech abgeschliffenen und mit einer speziellen Grundierung behandelten Schwellers.

Das sieht schon wieder richtig gut aus. Darauf kommt der Steinschlagschutz, eine Zwischenschicht, der Basislack und dann der Klarlack. Danach muss alles an den Übergangsstellen mit 3000er Schleifpapier angeschliffen und auspoliert werden. Eine tolle Arbeit...

Es ist fast!!! soweit. Die Korrosion ist beseitigt, der Unfallschaden aus Italien ebenfalls ( uns ist beim Parken ein junger Italiener an der Seite lang geschrappt ), zudem hab ich den Wagen komplett mit der Maschine aufbereitet, alle Steinschläge beseitigt. Unser Skoda-Partner des Vertrauens, das Autohaus Borchers in Lutter am Barenberge, hat den Rest erledigt, nämlich die hinteren Querlenker ersetzt, das Bilstein B14 Fahrwerk mit meiner Voreinstellung eingebaut, das Auto vermessen, eine Inspektion durchgeführt und fast die ges. Auspuffanlage ersetzt, leider hat Skoda den hinteren Topf falsch geliefert. Da warten wir noch auf die Ablösung. Demnächst gehts mit den Zubehörrädern und dem Fahrwerk zum TÜV, danach dürfen die 18 Zoll Sommerräder wieder ihren gewohnten Platz einnehmen. Das Fahrwerk ist erwartungsgemäß recht straff, das gibt sich aber nach 2000-2500km.  Die Höhe ist so eingestellt, dass ich hinten die max. zul. Höhe eingestellt habe und vorne 6mm unterhalb der max. zul. Höhe geblieben bin. Das Ergebnis ist klasse, man muss schon genau hinsehen, um eine Tieferlegung zu vermuten! Anbei ein Bild mit den Winterrädern bei bewölktem Himmel.... Bei Sonne lacht uns das Auto nun wieder wie gewohnt an:

Unser aufrichtiger Dank geht an Jürgen und Bernd Großmann von der Lackiererei Großmann in Bornum bei Seesen: Klasse Arbeit!

Ebenfalls einen gaaaaanz herzlichen Dank an Herrn Plünnecke und seine Mannen vom Autohaus Borchers in Lutter am Barenberge für die super freundliche Unterstützung beim Einbau des Fahrwerkes und der Beschaffungsarie der Auspuffanlage. Hierzu muss man wissen, dass Skoda Auto Deutschland über Monate nicht in der Lage war, einen passenden orig. Endtopf für den Octavia zu liefern. Wir wollten die ges. ANlage unbedingt von Skoda haben, allein wg. der Passgenauigkeit, leider war die nciht gegeben und in ganz Europa gibts keinen passenden Endtopf für unseren RS. Schlußendlich ging der Vorschalldämpfer wieder zurück zu Skoda und es wurde eine Simons-Sportauspuffanlage vom AHS Borchers verbaut. Das AHS Borchers hat derweil mehrere verschiedene Endtöpfe von Skoda geliefert bekommen, verbaut, wieder abgebaut, weil nichts passte. Da sind bestimmt so einige Stunden aufgekommen, die Skoda nicht bezuahlen wird.

Im Moment sind wir sehrt glücklich mit der Simons-Anlage, übrigens komplett aus Edelstahl. Der Motor spricht schneller auf Gaspedalbefehl an und dreht leichter hoch. Warten wir die ersten 2000km ab. Ich werde berichten.

Und so sieht unser Schätzchen aktuell wieder aus. Komplett maschinell aufpoliert und mehrfach gewachst. Das Bild entstand auf unserer Urlaubsfahrt in den Südwesten Frankreichs. So soll er erstmal noch viele Jahre bei uns bleiben!

Update am 10.05.2015: Die Tarox-Bremsscheiben inkl. der Ferodo DS Performance Beläge haben es hinter sich. Wie, jetzt schon? Ja. Die Bremse wird unheimlich schnell heiß, die Scheiben rubbeln dann. Das Ganze ist knapp 38.000km verbaut gewesen. Zuerst wollte ich ein Big Brake Kit von V-Maxx verbauen, jedoch hielten mich, aus finanzieller Sicht, mehrere Großgeräte, sog. weiße Ware, schlichtweg davon ab. Trotzdem musste etwas Anderes her. Ich entschied mich diesmal gegen Tarox, zumal die ja die Bremsscheiben der Zero, Japan usw. gar nicht selbst herstellen, sondern wild zukaufen. Meine Scheiben waren von ATE und wurden bei Tarox extra wärmebehandelt. Ich kaufte nun alles komplett von Brembo, vorne ebenfalls hochgekohlt. Das alles zusammen ergab 248 Euro, ein Schnäppchenpreis, gegenüber der Serie und Tarox, oder gar gegenüber V-Maxx. Nun, wir haben die alten Beläge und Scheiben ausgebaut. Nu kümmets. Wir haben die Bremse ja gerade im Urlaub und auf der BAB schon gut heran genommen. Die Beläge vorne und hinten zeigten fast keinen Verschleiß auf. Das waren nicht mal 1mm weniger, als im Neuzustand. Das bestätigt mich in der Annahme, dass die ansonsten eher als sanft gegenüber den Scheiben bekannten Ferodos zu hart für die Tarox, oder sollte man ATE-Scheibe sagen, waren. Ich denke eher, es läuft auf eine zu weiche Bremsscheibe hinaus. Deshalb erhitzte sich das Ganze auch so schnell.

Nunja, alles wurde penibel gesäubert und die Anlageflächen metallisch blank geschrubbt. Die Bremboanlage wurde verbaut. Zeitgleich habe ich alle Achsteile und die sichtbaren Unterbodenteile mit Owatrol behandelt. Wir wollen mal sehen, wie dieser Rostschutz wirkt. Die Bremsflüssigkeit ist vor 4 Wochen erneuert worden, natürlich wieder ATE Blue Racing.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die “preiswerte” Bremboanlage im Alltag macht und welche Erfahrungen wir daraus ziehen können.

Die Auspuffanlage klingt immer noch überzeugend gut, sie macht Spass und wird bis dato nie aufdringlich.

Anbei Bilder von der Brembo-Bremse hinten und der Owatrolbehandlung der Hinterachse.

Man sieht sehr deutlich die sehr guten Kriechfähigkeiten am Kunststofftank. Da ist beim Einpinseln nur minimal etwas vom Owatrol drauf geraten. 12 Stunden später sieht man dann, wie das Mittel kriecht. Hier sieht man auch gut, wie das hintere Federbein eingewachst ist. So sollte es lange erhalten bleiben. Für 9 Jahre sieht der Octavia so schlecht nicht aus;-), wobei man dazu sagen muss, wir tun auch ordentlich etwas dafür, pflegen und hegen ihn.

Update: Die Bremsanlage wurde nun im Urlaub gut getestet. Sie ist nicht so giftig, wie die Tarox-Ferodo-Kombination, gibt auch schneller mit Fading nach, für den Alltag passt sie aber passabel. Eventuell wäre ein Test mit den Brembo-Bremsscheiben und den Ferodo Belägen mal sinnvoll, wer weiß.