Porsche 917

Porsche 917:

Wie konnte denn das nur passieren? Die FIA wollte keine großvolumigen Motoren bei den Sportwagen, man wollte die Kleinserien gerader britischer Sportwagen aber auch nicht in Gänze verbannen, denken wir an den legendären Lola T70, der mit einem amerikanischen V8 ausgestattet war. Man entschied sich, die Hubraumgrenze auf 5 Liter anzuheben und die für die Homologation nötige Stückzahl an Fahrzeugen auf 25 zu senken. Für Porsche, gerade aus Kostengründen aus der Formel 1 ausgestiegen, war das ein gefundenes Fressen. 25 Sportwagen bauen, kein Thema, den 4,5 Liter V12 hatte man schnell entwickelt, die Geschichte des Porsche 917 begann. Vorgestellt wurde der Sportwagen 1969 auf dem Genfer Autosalon.

Es wurden verschiedene Varianten des 917 entwickelt, ob nun Spyder, Langheck, Kurzheck und noch mehr Varianten. Anfangs präferierte man bei Porsche das Langheck, galt dies doch als Garant für formidable Höchstgeschwindigkeiten. Besonders hervorzuheben sei hier, Porsche konnte nur mit dem Austausch des Heckteils von KH auf LH umschwenken, ein Novum!

Natürlich sollte der 917LH gerade in Le Mans, zu der Zeit gabs noch keine Schikanen auf der Hunaudiéres-Geraden, in der Höchstgeschwindigkeit vorne liegen, doch schnell erkannte man, dass diese Heckvariante bei Geschwindigkeiten um die 400 km/h herum nicht funktionierte. Das Fahrzeug war sehr unruhig, es fehlte Bodenhaftung. Man entwickelte die Kurzheck-Variante weiter, verbaute eine Spoilerlippe und zog das Heck etwas höher, um mehr Anpressdruck zu erreichen. Das war der Schlüsselpunkt zu einem der schönsten und erfolgreichsten Sportwagen von Porsche, dem 917K.

Bei den Motoren fing alles mit einem Sauger an, der aus 4,5 Litern Hubraum 520 PS zauberte, bis hin zur 5,4 Liter Turbovariante mit sagenhaften 1.100 PS! Mit einem Ladedruck von 2,24 Bar entwickelte der Motor sogar eine Leistung von 1.570 PS! Das wurde aber nur auf dem Prüfstand erreicht. Das Aggregat für die Renneinsätze blieb bei 1.100 PS und einem max. Drehmoment von 1098 NM.

Die Fahrleistungen des schnellsten 917, dem 917/30 waren atemberaubend:

0-100 km/h in 2,4 Sekunden

0-200 km/h in 5,6 Sekunden

0-300 km/h in 11,3 Sekunden

Das alles in einem Cabrio;-)

Die Höchstgeschwindigkeit soll bei ca. 413 km/h gelegen haben, hier streiten sich die Gelehrten.

 

Das Schönste, der Motor war luftgekühlt. Welch ein Traum von einem Motorgeräusch!

Übrigens, auch Steve McQueen und die Macher des Films Le Mans legten großen Wert darauf den Motorsound im Film möglichst original wiederzugeben, was ihnen gelang.

Übrigens, eben durch jenen 917 war Ferrari gezwungen ein anderes Fahrzeug zu entwickel, der dem 917 Paroli bieten konnte, den wunderschönen 512S

1970 gelang der erste Gesamtsieg in Le Mans auf einem 917K mit 4,5 Liter Motor, gefahren durch Hans Herrmann und Richard Attwood. Der rote Wagen mit den auffälligen weißen Streifen hatte die Startnummer 23. Das Ersatzfahrzeug, ein blauer 917K mit weißen Streifen und der Nummer 24 kam nie zum Einsatz.

1971 holte sich Porsche erneut den Gesamtsieg in Le Mans mit einem 917K mit Doppelfinne im Martini Racing Design. Das Fahrzeug hatte die Startnummer 22. Gefahren wurde er von Dr. Helmut Marko und Gijs van Lennep. Ihr kennt Dr. Helmut Marko sicher aus der aktuellen Formel 1 als Motorsportkonsulent bei Red Bull Racing! Er musste seine Motorsportkarriere leider beenden, als er einen Stein, hochgeschleudert vom Rennauto Ronnie Peterson, auf der Rennstrecke bei Clermont Ferrand abbekam. Dieser durchschlug das Visir des Helmes. Dr. Marko trägt seither eine Augenprotese.

Ein sehr gut gemachtes Video über den 917K gefällig? Gerne: Klickmich