Vespa 50N

Hier ist der Bericht über die Restauration unserer Vespa 50N Special, Bj. 1980, einzusehen. Es wird Jahre dauern.

Vorher:

Nach dem Glasstrahlen:

Es ist soweit, aufwändig behandelt, grundiert, gefüllert und danach in einem Rover Beige lackiert liegen die Teile nun vor mir.

Die neuen Bowdenzüge werden sorgsam verlegt, auf Knickstellen geachtet, es soll nichts scheuern, so dass der Lack nicht beschädigt wird.

Die Vorderachse ist erneuert und montiert, der Kotflügel innen mit Hohlraumversiegelung behandelt.

Nun wird der Trapezlenker montiert und alle Schrauben und Muttern wurden durch Edelstahlvarianten ersetzt!

Nun noch ein paar Bilder von der fast fertiggestellten Front und des Hecks: Es wurden fast nur Neuteile verwendet.

Beim Zusammenbau ist uns leider aufgefallen, dass im Getriebedeckel, die Durchführung für die Schaltwippe einen großen Lunker aufweist. Nun muss dort entweder eine Hülse eingelassen, oder ein Innennut mit Dichtring verbaut werden, da sind wir gerade dabei.

Im Bild erkennt man die Lunker sehr schön, leider. Nach mehreren Versuchen, die Fläche mit Flüssigaluminium zu füllen, was kläglich scheiterte... aber, wir, besser gesagt mein Vater, er gibt ja nicht auf, es ging weiter. Er hat sich mit seinen über 70 Jahren im Internet schlau gemacht, sich in Foren angemeldet und Kontakte geknüpft, bis er eine Lösung an der Hand hatte. Er hat sich eine Sintermetallbuchse schicken lassen.

Und das ist die Hülse:

..und da musse rein, was tun?

Naja, total einfach... Mein Vater hat eine Vorrichtung gebaut. Die sieht auf den ersten Blick aus, als obs Murks wird, doch ihr kennt meinen Vater nicht. Mit den Mitteln, die er zur Verfügung hat, hat er eine extrem genaue Vorrichtung erbaut, die auf die Sekunde genau ( Winkel ) bemessen ist, um die vorhandene Bohrung zu erweitern, dass das Gesamtkonstrukt absolut im Winkel befindlich die Hülse saugend in sich aufnehmen konnte. Zeitgleich wurde überprüft, ob der Hülsenkragen keine negativen Auswirkungen hatte, hier wurde angepasst, bis das Ganze butterweich seine Arbeit aufnehmen konnte! Das hat mehrere Tage in Anspruch genommen, aber nur knapp 10 Euro für die Hülse und den speziellen Kleber gekostet. So hat mein Vater die Kosten, die eh schon exorbitant sind, in Grenzen gehalten! Anbei die Bildfolge und das Ergebnis, welches sich sehen lassen kann, weils einfach absolut perfekt ist und das bei den Umständen!!!! Ich ziehe meinen Hut!

Wie ihr seht, alles passt total super! Also gehts an den Zusammenbau des Getriebes:

Sieht klasse aus, ist klasse, wird ne klasse Vespa, wir berichten weiter!

Und weiter gehts, das Gehäuse wurde nun zusammengebaut.

Und weitere Neuigkeiten gibts. Die Zweitschrift der Papiere ist eingetroffen. Für Interessierte, wie gelange ich daran? Also, man wendet sich an die jeweils zuständige Zulassungsbehörde. Mitbringen sollte man die Fahrgestellnummer, den Perso und, wenn vorhanden, weitere Dokumente, die belegen, dass einem das Gefährt gehört.

Die Mitarbeiter der Zulassungsbehörde schauen in der Datenbank nach, liegt kein Hinweis vor, dass ein Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer geklaut worden ist, so bekommt man eine entsprechende Genehmigung ausgestellt, dass einer Zweitschrift der Papiere ncihts im Wege steht.

Im Falle Vespa wendet man sich nun an einen autorisierten Vespa-Händler. Der schickt dieses Papier zur Vespa-Zentrale in Deutschland und nach 2-3 Wochen hat man die Zweitschrift der Betriebserlaubnis.

Dieser Spass kostet dann noch einmal 65 Euro, Stand Februar 2013. Insgesamt kostet die Neuausstellung ca. 80 Euro. Dazu noch das Versicherungskennzeichen von 65 Euro für ein Jahr, naja.

Rechts seht ihr die Zweitschrift der Betriebserlaubnis, ganz frisch vom 08.02.2013 für die Fahrgestellnummer:

V5B3T300925

Eine Vespa 50 N Speciale

Tja, nun seht ihr das letzte Kennzeichen der Vespa. Sie ist angemeldet und wenn alles glatt verläuft, wird sie noch 2013 überführt, von den Flüssigkeiten befreit und in unserem Wohnzimmer landen, doch bis dahin ists noch ein Weg...............

So liebe Leuts, wir schreiben Samstag den 16.03.2013. Es ist vollbracht, der Motor ist zusammengebaut und steht betriebsbereit im Vespa-Motoren-Prüfstand. Doch alles nach und nach.....

Jepp, nu isse wieder zusammen, die Kupplung.

Nun gehts an die Trommel hinten.... Alles ist gesäudert und fachgerecht montiert, so sieht Technik aus!

Aufi gehts, der Kolben ruft. Sauber eingepasst und mit der Pleuelstange verbunden kann er seinen Weg finden.

Der Kolben sitzt nun im Zylinder und wartet auf ne Explosion.

Zylinderkopf und Deckel und Lichtmaschine sitzen, die Zündkerze ist eingeschraubt.

Nix vergessen? OK, schreiben wirs auf nen Zettel... Der Motor ist bereit zur Einstellung des Zündzeitpunktes.

Fertig aufgebaut und eingestellt, so steht der Motor im Prüfstand und wartet auf den ersten Lauf, davon wirds ein Video geben.

Bis demnächst, wenn es wieder heißt, die Wölkers, die spinnen....weiter...

Jau, nun ists soweit. Der Motor ist im Prüfstand eingebaut, das Gemisch in die Tankdose gefüllt, der erste Start folgt. Der Rauch rührt noch vom Öl des Zusammenbaus vom Motor her, doch seht und hört selbst...

Achtung, je nach Internetanbindung benötigt das Video ein wenig Zeit zum Laden! Am Besten funktionierts mit dem Safari, oder Firefox-Browser.

Weiter gehts, die Bowdenzüge sind angebracht... Keine Angst, das rote ist kein Rost, sondern Spezialfett.

Die Abdeckung über die Kontakte des Kabelbaums hinten.

Der Gaszug war ein wenig zu kurz, warum auch immer und wurde verlängert!

20 Uhr 15 im Zdf: Tattattattattata Tamtatata Dibdiddi Dibdiii, die Hitparade mit Dieter, dem Thomas, dem Heck...

Watt fehlt nu noch? Ich habe die Gummipuffer und den Zapfen für die Sitzbank verbaselt. Die muss ich neu bestellen, zudem muss der Spiegel und das Nummernschild angeschraubt, sowie die Schrauben von den Trittleisten abgedrehmelt und mit 3,5mm Hutmuttern versehen werden. 3,5mm Hutmuttern in Edelstahl, anscheinend nur im Großpack aus Österreich zu beziehen, egal. Der erste Lauf auf öffentlichen Straßen, was für ein Sound! 10km waren es und man sieht sichtlich das Lächeln im Gesicht!

Mittlerweile haben wir zu uns transportiert, Hilfe bekamen wir von Josh, dem besten Freund unseren ältesten Sohnes. Die Beiden und meine Wenigkeit haben die Vespa vorsichtig im T4 nach Seesen transportiert, wo sie nun bei uns im Keller steht. Heute habe ich die überstehenden Schrauben der Triitleister abgetrennt und überall 3,5mm Hutmuttern aus Edelstahl aufgeschraubt, danke dafür an unseren lieben Bruno aus Wien, er hat sie dort besorgt. Die Löcher der ehemlas befestigten Rammschutzleisten von Fox sind nun in beigefarbenen Plastikstopfen verkleidet, Die Löcher für einen Gepäckträger sind mit Edelstahlkappen verkleidet. Zum Schutze des Lackes habe ich beidseitig weiche Kunststoffunterlegscheiben verwendet, es geht voran. Das Typenschild muss noch beschriftet werden.. Anbei die entsprechenden Bilder:

Für die Aufstellung im Wohnzimmer benötige ich noch ein gefastes Echtholzbrett mit den Maßen 1,90 x 0,70 Metern erwerben. In das Brett, auf dem die Vespa mal stehen wird, muss ein rundes Loch gefräst werden, durch dass die 1,1 Meter hohe Edelstahlsäule ragen wird. Auf ihr wird ein digitaler Bilderrahmen befestigt. Über ihn kann man die ges. Geschichte der Restauartion der Vespa in Schrift, Bild und Video ansehen, fast wie im Museum. Tja, nun ist es soweit. Angefangen hat alles an einem langweiligen Tag im Mai, den 07.05.2006. Es war schönes Wetter und was macht man da, einfach mal ne Vespa zerlegen und das Ganze in Bildern festhalten. Schlussendlich hatte sie danach die erste Fahrt nach der Restaurierung am 03.08.2013. Das Video ist ja oben zu sehen. Sie wurde dann in unserem Keller gründlich gesäubert und mehrfach mit Wachs behandelt. Zwischenzeitlich hatte ich mich mit einem Schreiner-Meister verständigt, auf was sie im Wohnzimmer stehen sollte. Es wurden zwei übereinander versetzte MDF-Platten, die mit Echtholz-Buchen-Funier beschichtet und dunkel lackiert wurden. Das Loch für die Edelstahlsäule wurde gefräst, der Bildhalter befestigt und ausgerichtet. Das alles wurde im Wohnzimmer aufgebaut. Danach wurde die Vespa von den Flüssigkeiten befreit udn über Decken außen ums Haus zur Eingangstreppe gerollt, damit ja kein Schmutz an die Räder gelangt. Noch kurz die Treppe hochgehoben, ins Wohnzimmer gerollt und auf der Platte platziert. Hört sich bekloppt an, isses auch.

Und so siehts da nun aus:

Ihr möchtet das Bild in richtig groß sehen, dann einfach aufs Bild klicken
Ihr möchtet das Bild in richtig groß sehen, dann einfach aufs Bild klicken

Tja, es ist ein sehr schöner Anblick, auch wenn man nun gar nicht mehr sieht, wie viel Arbeit dahinter verborgen ist!

Ein herzliches Dankeschön an meinen Vater für die tolle Unterstützung ( die ges. Technik oblag ihm ), meine Frau und meiner Mutter für die Geduld, Bernd Großmann für die tolle Lackierung, SIP-Sccoter-Shop für die tollen Tipps und Ersatzteile, der Tischlerei Salau für den entsprechenden Unterbau, dem Piaggio-Museum für den tollen Einblick und Helm, ähm und mir für die Idee ;-))

Ein kleiner Schritt für eine Vespa, aber ein großer Schritt für unser kleines Museum..